Handicap-Passion – BDSM oder Tantra? SMantra!

Die Sexualassistentin Deva Bhusha sitzt auf einem Bett, in ihrem Schoß ruht der Kopf ihres behinderten Partners. Beide Lächeln in die Kamera.

Die Frage ob sich BDSM und Tantra vereinen lassen beschäftigt mich schon eine Weile. Mit Hilfe von Deva Bhusha konnte ich mir diese Frage nun beantworten. Wie das abgelaufen ist und wie die Antwort auf diese Frage lautet, dass erfahrt ihr hier.

Kann man BDSM und Tantra zueinander führen? Diese Frage stelle ich mir seitdem ich meine ersten Erfahrungen im Tantra machen durfte. Ich war immer davon überzeugt, doch eine reine Überzeugung reicht nicht aus, denn es benötigt auch immer eine Idee um eine Überzeugung umsetzen zu können.

Genau an dieser Idee mangelte es mir leider ein wenig. Es war nicht so dass ich es nicht versucht hätte, es wollte nur nie so wirklich funktionieren. Zwischenzeitlich hatte ich schon den Gedanken beides weiter zu praktizieren, allerdings nur noch strikt voneinander getrennt. Aufgeben ist allerdings etwas, was mir grundsätzlich missfällt, deshalb musste ich eine Lösung finden.

Die Lösung kam über einen seltsamen Umweg. Über eine Email, die mir einer meiner Leser schickte, in der es um Bondage und Sexualassistenz ging. Ich will hier nicht ins Detail gehen, allerdings führte mich diese Mail auf die Website von Deva Bhusha und hier fand ich meine Antwort: SMantra!

Im laufe dieses Beitrags werde ich versuchen euch zu erklären, was SMantra ist, und ich werde euch ein wenig über den Ablauf mit Deva erzählen. Ich habe ja in einem anderen Beitrag schon über Sexualassistenz gesprochen und weil es hier so gut passt, möchte ich hier einfach nochmal ein wenig darüber reden. Jetzt beginnen wir aber erstmal mit der Frage was SMantra eigentlich ist.

Was ist SMantra?

Tantra und BDSM haben einiges gemeinsam. Betrachten wir beides für sich, sehen wir schnell die Ähnlichkeiten. Beides rückt die Begegnung in den Rahmen eines Rituals. Beides bedient sich einer klaren Rollenverteilung, wodurch ein sicherer Raum entsteht. Das Schafft die nötige Achtsamkeit und Präsenz. Deva beschreibt SMantra auf ihrer Website übrigens wie folgt.

“eine Verbindung aus klassischer Tantramassage und Elementen aus der Welt des BDSM, wie sanfte Dominanz, ein wenig Spanking, Bondage und Sinnesentzug auf achtsame, liebevolle Weise.“

Welche Spielarten auch immer ihr in SMantra einbaut ist natürlich eure Sache. Es darf auch gerne ein bisschen mehr sein, die Achtsamkeit und die Hingabe zum Gegenüber steht dabei aber immer im Vordergrund.

Von der E-Mail zum Hausbesuch.

Zunächst möchte ich mal erwähnen, dass ich derartige Dinge eigentlich gerne in einem Hotel oder in den Räumlichkeiten der Sexworker*in mache. Da es zu diesem Zeitpunkt allerdings schwierig zu organisieren gewesen wäre, stellte sich der Hausbesuch als die perfekte Lösung heraus. Aber der Reihe nach:

Nachdem ich das Angebot auf Devas Website entdeckt hatte, schickte ich ihr eine Anfrage per Mail und innerhalb weniger E-Mails standen Ort und Zeit fest. Am vereinbarten Tag bereite ich die Räumlichkeiten etwas vor, zumindest soweit meine Vorstellungskraft es zulässt, denn eine wirklichen Plan vom Ablauf des Abends habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich funktioniere meine Schlafcouch zur Spielwiese um, lege einen wasserfesten Matratzenschutz darüber, stelle Handtücher bereit, für den Fall der Fälle noch die eigene Spielzeugsammlung, überprüfe alles, werfe mich in meinen Kimono und überprüfe alles noch einmal. Schließlich klingelte es dann, fast schon überpünktlich, an der Tür. Wir besprachen noch einmal die Einzelheiten, also die Einführung in das Thema und eine Inspiration zum Thema Bondage, bevor wir mit musikalischer Untermalung durch tantrische Klänge ( hier gehts zur Spotify Playlist) in das Experiment SMantra (zumindest für mich) starteten.

An dieser Stelle möchte ich euch nur nochmal bestätigen, dass die passende musikalische Begleitung durchaus einen Unterschied machen kann, der nicht zu vernachlässigen ist.

Eine fesselnde Erfahrung.

Da es meinem Zimmer leider immer an Befestigungsmöglichkeiten fehlt (nicht mehr lange) beschränkten wir uns auf Kompakt-Bondage, wofür wir Juteseile benutzten. Die Erfahrung von Deva war dabei in jeder Sekunde spürbar, jeder Zug am Seil, jeder Knoten, jeder Schlag mit der Peitsche und jede Berührung jagte mir wohlige Schauer über den Rücken. Über all dem schwebte ständig die Achtsamkeit des Tantra gepaart mit der Verspieltheit des BDSM.

Als wir uns dem Ende der zwei Stunden näherten lagen wir nebeneinander und redeten. Wir tauschten uns aus und sprachen über viele Dinge, unter anderem über die fehlenden Befestigungsmöglichkeiten und welche Möglichkeiten es gäbe, dies zu ändern. Zum Schluss bezahle ich für zwei Stunden, die jeden Cent wert waren, einen sehr moderaten Preis.

Von meiner Seite aus besteht hier absolute Wiederholungsgefahr.

Zum Thema Sexwork noch folgendes:

Falls euch das Thema Sexualassistenz interessiert und ihr mit dem Gedanken spielt, es auszuprobieren, gebe ich euch hier ein paar Tipps für die Kontaktaufnahme mit, um die ganze Sache respektvoll rüberzubringen. Zum Beispiel ist es wichtig, sein Begehren klar zu formulieren, sodass dein Gegenüber dann auch professionell darauf reagieren kann. Desweiteren solltet ihr einen respektvollen Ton anschlagen, ein Sexworker oder eine Sexworkerin ist keine Ware, sondern ein Mensch. Sexualassistenz sollte außerdem immer ergebnisoffen betrachtet werden.

Folge Sexabled auf Facebook und/oder Instagram.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.